Rezepte

Warum sammeln Sie bei einem augedehnten Spaziergang nicht einmal selber Beeren oder andere Früchte? Aus vielen Wildfrüchten kann man z. B. leckere Marmeladen, Liköre oder Säfte zubereiten, und plötzlich macht das Kennenlernen von Pflanzen gleich viel mehr Spaß.

Rezepte mit:   Brombeeren
Ebereschen (Vogelbeeren)
Hagebutten
Heidelbeeren (Blaubeeren)
Himbeeren
Holunder
Quitten
Schlehen
Vogelbeeren (Ebereschen)
Walderdbeeren

Brombeeren

Botaniker sagen aus gutem Grund nicht "Brombeere", sondern immer in der Mehrzahl "Brombeeren". Brombeeren kreuzen sich wild untereinander, so dass sie selbst für gute Pflanzenkenner kaum zu unterscheiden sind. Ein naher Verwandter, die Kratzbeere, kann genauso wie Brombeeren verwendet werden. Die Kratzbeere erkennt man an den verglichen mit Brombeeren größeren Einzelbeeren und an einem leichten Überzug, der ein wenig an Mehltau erinnert. Keine Beere aus der großen "Familie" ist giftig, so dass bei Verwechslung keine Gefahr besteht.

Brombeer-Joghurt-Eis

Frische Brombeeren verlesen und abspülen. Die Beeren und 1 EL Puderzucker mit dem Mixstab pürieren. Das Beerenmus durch ein Sieb streichen. Das Ei und den restlichen Puderzucker mit den Quirlen des Handrührgeräts hellgelb und cremig aufschlagen. Nach und nach das Beerenmus und den Joghurt unterrühren. Die Masse in die Eisförmchen füllen, die Förmchen verschließen und das Eis im Gefrierfach mindestens 6 Stunden gefrieren lassen oder in eine vorgekühlte Eismaschine geben und nach Gebrauchsanweisung gefrieren lassen.

Nach oben

Apfel-Brombeer-Marmelade

Brombeeren mit dem Zucker vermischt über Nacht ziehen lassen. Die geschälten Äpfel in kleine Stücke schneiden und im Wasser zu Apfelmus zerkochen. Brombeeren separat weichkochen, dann beides vermischen. Unter ständigem Rühren zu Marmelade eindicken lassen. In trockene, erwärmte Gläser füllen.

Nach oben

Brombeerlikör

Die Brombeeren im Mixer pürieren und in ein großes verschließbares Glasgefäß geben. Den Puderzucker unterrühren bis er sich aufgelöst hat. Dann den Korn und den Obstbrand hinzugeben. Den Ansatz 3 Wochen dunkel und kühl reifen lassen. Danach durch ein Sieb passieren. Die Brombeermasse eventuell noch einmal auskochen. Den Saft durch einen Kaffeefilter filtrieren und in Flaschen abfüllen. In den Flaschen 4 weitere Wochen an einem dunklen und kühlen Ort reifen lassen.

Nach oben


Ebereschen/Vogelbeeren

Bei Ebereschenbeeren (Vogelbeeren) ist zu beachten, dass die enthaltenen Wirkstoffe beim Kochen unschädlich gemacht werden, roh sollte man sie zumindest in größeren Mengen nicht verzehren. Das wird aber allein schon durch den säuerlich-herben Geschmack verhindert. Süßer als die Früchte der "normalen" Eberesche schmecken die der Mährischen Eberesche und der Edlen Eberesche. Erntet man die Beeren erst nach dem ersten Frost (was wegen der Beliebtheit bei Vögeln kaum möglich ist) oder legt die geernteten Beeren für einen Tag in den Tiefkühler, werden die Beeren süßer.

Birnenmarmelade mit Ebereschen

Birnen schälen, vierteln und gut zerkleinern. Die Ebereschen von den Dolden zupfen, zerdrücken, mit Birnen und Gelierzucker zum Kochen bringen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. In Gläser füllen.

Nach oben

Birnenmarmelade mit Ebereschensaft

Zubereitung wie oben

Ebereschen-Birnengelee

Ebereschen- und Birnensaft mit Gelierzucker kalt vermischen, zum Kochen bringen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. In Gläser füllen.

Nach oben

Ebereschen-Quittengelee

Ebereschensaft

Ebereschen nur knapp mit Wasser bedeckt weichkochen und den Saft durch ein Tuch ablaufen lassen.

Nach oben

Ebereschen in Sirup

Ebereschen waschen und von den Dolden zupfen. Zucker und Wasser aufkochen, die Ebereschen portionsweise darin weichkochen lassen und in Gläser füllen. die Zuckerlösung noch etwas einkochen lassen, über die Früchte füllen und verschließen.

Nach oben

Ebereschenlikör

Beeren waschen, abtropfen lassen, von den Rispen streifen, mit dem Kandis leicht zerstampfen. In einer Schüssel über Nacht stehen lassen.
Am nächsten Tag die Nelken und die Zimtstange im Mörser zerstoßen und zusammen mit den Ebereschen sowie dem gezogenen Saft in eine große bauchige Flasche füllen. Den Korn oder Weinbrand angießen. Die Flasche gut verschließen und an einen hellen Platz, jedoch nicht in die pralle Sonne stellen. Die Mischung 3 Monate stehen lassen, häufig schütteln, dann abseihen. Nicht zu hell 8 Monate haltbar.

Nach oben

Vogelbeer-Apfel-Marmelade mit Gin

Vogelbeeren gründlich waschen und abtropfen lassen, dann erst mit einer Gabel von den Rispen streifen und in einer Schüssel leicht zerdrücken, mit 500 g Zucker mischen und etwa 1 Std. Saft ziehen lassen. Dann mit dem restlichen Zucker und den Äpfeln unter Rühren musig kochen. Nach dem ersten Aufkochen die Zitronensäure einrühren und die Marmelade noch knapp 1 Min. kochen lassen. Vom Herd nehmen und den Gin bis auf einen kleinen Rest dazugeben. Die Marmelade in sehr heiß ausgespülte und gut getrocknete Gläser füllen. Pergamentpapier auf die Größe des Glasinnendurchmessers schneiden, mit dem restlichen Gin tränken und auf die Marmelade legen. Gläser verschließen und kühl und dunkel aufbewahren.

Nach oben

Ebereschen-Konfitüre

Die Beeren gründlich verlesen, waschen und abtropfen lassen. Zusammen mit dem Zucker und dem Zitronensaft unter Rühren etwa 10 Minuten kochen. Die Orange unter heißem Wasser gut abbürsten. Die Schale abreiben und zusammen mit den Gewürzen zu den Beeren geben. Weitere 10 Minuten kochen lassen. In Gläser füllen und gut verschließen.

Nach oben


Hagebutten

Hagebuttenmarmelade

Die Hagebutten waschen, putzen, halbieren und entkernen. Kerne nicht wegwerfen, sondern mit wenig Wasser 10 Minuten lang auskochen, ausgießen und die Flüssigkeit später zum Hagebuttenmus geben. Die Hagebutten in einen großen Topf geben, mit der Flüssigkeit von den Kernen begießen, abdecken und über Nacht stehen lassen. Am folgenden Tag weich kochen und passieren. Den Zucker zugeben, bei großer Hitze unter ständigem Rühren ca. 10 Minuten kochen. Noch heiß in sehr saubere Gläser einfüllen und sofort verschliessen.
Die Hagebuttenmarmelade kann nicht nur als Brotaufstrich, sondern auch zum Süssen von Getränken, Müsli, Cremes oder Quark und Joghurt verwendet werden.

Hagebutten-Schäumchen

Die Hälfte des Zucker mit dem steif geschlagenem Eiweiß, 3 El Hagebuttenmark und der abgeriebenen Zitronenschale schaumig rühren. Nach und nach den Rest des Zuckers dazugeben. Den Teig ausrollen und beliebige Formen ausstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im Rohr bei 150 Grad bei leicht geöffneter Ofentür trocknen lassen. Nach dem Backen sofort in die Gebäckdosen geben, dadurch bleiben sie schön kross.
Tipp: Wenn die Masse sich schlecht ausrollen lässt, kann man sie auch in einen Spritzbeutel geben.

Hagebuttenlikör

Die Hagebutten längs halbieren, entkernen, gründlich waschen und abtropfen lassen. Die halbierten Früchte zerdrücken. Diese Masse mit dem Kandiszucker in ein großes Gefäß geben. Mit soviel Rum übergießen, bis alles bedeckt ist. Das Gefäß verschließen und 6 Wochen bei Raumtemperatur stehen lassen, zwischendurch öfter umrühren. Durch ein feinmaschiges Sieb gießen, in Flaschen abfüllen und 3 Monate kühl stehen lassen.

Nach oben


Heidelbeeren

Heidelbeerpudding

Pudding nach Anleitung kochen und in eine kalt ausgespülte Schüssel füllen. Die gezuckerten Beeren unterrühren und nach Erkalten servieren.

Nach oben

Heidelbeerkuchen mit Streuseln

für den Teig : für die Streusel:

Den Teig in einer gefettete Springform verteilen, 750 g Heidelbeeren daraufgeben und mit den Streuseln abdecken. Ca. 60 Min. backen.

Heidelbeermuffins

Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Die Heidelbeeren waschen und trocknen lassen -> tiefgefrorene Heidelbeeren nicht auftauen! In einer Rührschüssel Mehl und Backpulver vermengen. In einer anderen Schüssel das Ei, Öl, Joghurt, Zucker und Vanillezucker cremig schlagen. Das Öl-Joghurt-Gemisch in das Mehl rühren. Die Heidelbeeren unterheben. Den Teig in Muffinförmchen füllen und 20-25 Minuten backen. Die Muffins 5 Minuten ruhen lassen, anschließend aus den Förmchen nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Nach oben


Himbeeren

Himbeeren brauchen sehr viele Nährstoffe, deshalb findet man sie in der Natur oft in der Nähe von früheren Siedlungen, wo diese früher ihren Abfall entsorgt haben. Himbeeren werden auch von Vögeln geliebt und sind etwas empfindlich gegen Regen, deshalb muss man zum Ernten schon etwas Glück haben.
Achten Sie auch auf kleine weiße Würmer in den Früchten, bevor Sie sie weiterverarbeiten.


Himbeercreme

Die Beeren mit dem Zucker verrühren. Eiweiß zugeben und so lange schlagen, bis alles zu einer schaumigen Masse wird. Kalt servieren.

Himbeerturm

Den Honig mit dem Apfelsaft verquirlen, mit den Himbeeren mischen und zugedeckt 1 Stunde marinieren lassen. Saft abgiessen. Die Eier mit Wasser und Salz verquirlen, daraus auf mittlerer Stufe in der erhitzten Butter ca. 8 Omelettes backen. Abwechselnd mit den Himbeeren aufschichten. Warm oder kalt servieren, dabei wird der Turm wie eine Torte aufgeschnitten.


Holunder

Der Holunder ist nicht nur eine tolle Vitaminquelle durch seine Beeren, auch die Blüten können genutzt werden.
Beim Holunder ist zu beachten, dass die unreifen Beeren das Blausäureglykosid Sambucin enthalten, auch die reifen Früchte dürfen nur gekocht verwendet werden.
Verwechlungsgefahr besteht evt. mit dem Roten Holunder.


Hollerküchle

Mehl, Wasser und Salz verrühren, die Eier darunterschlagen und ca. eine halbe Stunde ausquellen lassen. Die frisch gepflückten Holunderblüten am Stiel in den Teig tauchen und in nicht zu heißem Fett wie Pfannkuchen 2-3 Minuten backen.

Nach oben

Kalte Holunderbeerensuppe (4 Portionen)

Holunderbeeren waschen und vom Stiel streifen. Wasser zum Kochen bringen, Beeren hinzugeben und 15 Min. kochen, dann durch ein Sieb passieren. Nun Zimt, Zitronenschale, Zucker und Salz einrühren, aufkochen lassen. Birnen schälen, in dünne Streifen schneiden und in die Suppe geben. Stärkemehl mit Wein verrühren, Suppe damit binden. Mit Zimt und Zitrone abschmecken. Suppe abkühlen lassen, in Schalen verteilen und im Kühlschrank richtig kalt werden lassen. Mit geschlagenener Sahne dekorieren.

Nach oben

Hollersekt

Holunderdolden abspülen und abtropfen lassen. Schichtweise in ein mindestens 8 l fassendes Gefäß geben. Zitronen in Scheiben schneiden und dazugeben. Wasser mit Zucker und Essig aufkochen, abkühlen lassen, ebenfalls in das Gefäß geben. Mit einem Leinentuch zubinden und 5 bis 6 Tage an einen warmen, sonnigen Platz stellen. Flüssigkeit durch ein Haarsieb oder Mulltuch geben, in Sektflaschen füllen und mit verdrahteten Sektkorken verschließen. Nach etwa 8 Tagen ist die Flaschengärung beendet. Der Hollersekt hält sich 3 bis 4 Monate.

Nach oben

Holunderbeerenlikör

Die Holunderbeeren in Wasser auskochen. Alles durch ein nicht neues Leinentuch giessen, den Holunder dabei nicht ausdrücken. (Das Leinentuch ist hinterher nicht mehr verwendbar... ). Zu dem Sud den Zucker, Vanillezucker, Zimtrinde, Nelken und Ingwer geben und diese Mischung 30 Minuten köcheln lassen. Ca. 1 Liter Saft mit 0,7 Liter Korn vermischen, in Flaschen abfüllen und fest verschliessen.

Nach oben

Holunderbeerengelee

Die Beeren waschen, mit Wasser weichkochen und durch ein feinmaschiges Sieb streichen. Die Masse mit Gelierzucker, Gewürzen und Zitronensaft unter Rühren zum Kochen bringen. 4 Minuten durchkochen lassen und heiß in Gläser füllen.

Nach oben

Holunderblütengelee

Die Holunderblüten vom Stiel entfernen und mit Wasser und Zucker aufkochen. Je nach Angaben auf der Packung von Gelierzucker oder Gelfix weiterkochen. Die meisten Blüten heraussieben, nur noch einzelne zur Zierde im Gelee lassen. Zitronensaft einrühren und noch heiß in Gläser füllen.

Nach oben


Quitten

In Gärten findet man sehr oft die beliebten Zierquitten, die zwar nicht giftig, aber nicht unbedingt für die Rezepte geeignet sind. Wenn Sie keine Quitten zum selbstpflücken finden, werden Sie bestimmt in türkischen oder italienischen Lebensmittelhandlungen fündig.



Quittengelee

Die ganzen Quitten in wenig Wasser weich kochen, abtrofen lassen und dann passieren. Die Flüssigkeit mit der gleichen Menge Gelierzucker nochmals ca. 3-4 min. kochen. Heiß in Gläser füllen.

Nach oben


Schlehen

Schlehen findet man oft in Hecken an Feldrändern. Beeren von Sträuchern, die an stärker befahrenen Straßen wachsen, sollten Sie selbstverständlich nicht nehmen. Die Früchte haben einen sehr unangenehmen herb-säuerlichen Geschmack, der nicht zum Ausprobieren von Rezepten einlädt.
Wenn Sie die Schlehen entweder nach den ersten strengen Frösten ernten oder über Nacht in den Tiefkühler geben, verschwindet der herbe Geschmack weitestgehend.


Schlehenlikör

Die Schlehen mit den übrigen Zutaten in ein Glas geben und gut durchschütteln. Für 6 Wochen an ein Fenster in der Nähe eines Heizkörpers stellen. Von Zeit zu Zeit aufschütteln. Durch einen Kaffeefilter gießen und in kleine Flaschen füllen.
Kühl lagern. Schlehenlikör sollte gut gekühlt serviert werden.

Nach oben


Walderdbeeren

Es mag vielleicht ein wenig mühsam erscheinen, all die kleinen Beeren zu pflücken, aber es lohnt sich! Denn die kleinen Walderdbeeren haben einen viel intensiveren Geschmack als ihre gezüchteten Verwandeten vom Feld (bzw. aus dem Supermarkt...). Genießen Sie sie doch einmal ganz schlicht mit Schlagsahne.

Nach oben


Rote Beerentörtchen

Etwa 100 g schöne Beeren zur Seite stellen, den Rest mit Zucker und etwas Wasser aufkochen und kurz köcheln lassen. Die Gelatineblätter in Wasser einweichen und zusammen mit den Beeren im Mixer pürieren. Das ganze etwas abkühlen lassen, es soll aber noch nicht gelieren. Den Quark mit dem Beerenpüree vermengen. Auf 4 Souffleförmchen verteilen und im Kühlschrank vollständig erstarren lassen. Aus dem aufgetauten Blätterteig 4 Kreise ausstechen, die etwas größer sind, als die Souffleförmchen. Auf ein Backblech legen und bei 220 C 10 - 15 Min. hellbraun backen. Auf Tellern anrichten. Die Souffleförmchen auf die Teigkreise stürzen und mit den ganzen Beeren garnieren. Evtl. mit Puderzucker bestreuen.

Nach oben